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Zypern
Text und Foto's: Joyce Frey
Reisezeit: Juni 2008

 

 

Wer auf Zypern ankommt,
muss sich zuerst daran gewöhnen, dass der Verkehr links fährt.

Ayia Napa, wo ich nun zwei Wochen leben sollte, hat für jedermann etwas zu bieten, und zwar sowohl für Tag- als auch Nachtschwärmer und ebenso für jung und alt. Zwischen den zwei Stränden, vom Hafen bis zum


Hafen von Ayia Napa      

Nissibeach, die etwa zwei Kilometer auseinander liegen, verläuft am Meer entlang abseits des Strassenlärms ein Wanderweg – ein hübscher kleiner Spaziergang. 

Für den Rückweg kann man entweder denselben Weg nehmen oder durch die Strasse mit den vielen Läden und Restaurants gehen.

Die klimatisierten Läden sind ideal um bei heissem Wetter etwas Abkühlung zu finden.

Zwölf Kilometer entfernt liegt der Badeort Protaras, der mit dem Bus zu erreichen ist.
Der Ort ist kleiner – und moderner.

Mir gefiel es hier allerdings nicht; sogar das blaue Wasser wirkte kitschig.


Protaras


Boulevard Larnaca

Auch Larnaca, fünfzig Kilometer westlich gelegen, ist mit dem Bus erreichbar.

Larnaca ist eine Stadt mit grossen Geschäften und viel Verkehr.

Der Strand liegt direkt neben einer viel befahrenen Strasse. Zwischen Strand und Strasse stehen viele Verkaufstände.

Vor der Stadt aber hat es wunderschönen Buchten, wo es ruhiger ist.


Nikosia
Am Morgen wurde ich vom Hotel abgeholt um nach Nikosia zu fahren.
Über die Autobahn geht es an roten Feldern vorbei, wo die besten Kartoffeln der Welt wachsen sollen.
Hinter Larnaca wird es felsiger. Die steinige Gegend ist beinahe weiss.

Wir erreichten die Stadt, die nicht anders als jede andere Stadt ist: Geschäftsräume und Läden prägen das Bild.
Der erste Halt war vor dem Standbild von Erzbischof Makarios.

Von den Bäumen gefallene Orangen lagen davor auf der Strasse. Wenn die Autos darüber fuhren, gab es Orangesaft.

Wir besuchten als erstes eine byzantinische Kirche. Ikonen hängen an den Wänden und vergoldete Leuchter hängen tief von der Decke herunter. Danach besuchten wir das Zypernmuseum. Gegenstände aus alten Zeiten sind hier zu bewundern.


Denkmal Makarios

Obwohl ich keine Museumsliebhaberin bin, fand ich es hier dank den guten Erklärungen des Reiseleiters doch interessant. Später bekamen wir Formulare in die Hände gedrückt, die wir auszufüllen hatten.


Die Grenze

Jeder machte sich an die Arbeit.

Mit dem Zettel in der Hand liefen wir zur Pufferzone, wo seit vier Jahren die Grenze geöffnet ist.

Am Zoll standen wir Schlange um einen Stempel zu erhalten, der es uns erlaubte, in den türkischen Teil der Stadt zu gehen.

Als jeder seinen Stempel auf dem Papier hatte, konnte es zu Fuss weitergehen.

Doch das ging nicht ohne einen türkischen Begleiter.

Auch hier galt es wieder, eine Kirche zu besuchen. Diesmal die Johannis Kathedrale.   Danach eine andere. Diese war einst eine katholische gewesen, wurde aber später in eine Moschee umgewandelt.

Anschliessend ging es zum Gemüsemarkt, wo allerdings auch viele andere Artikel erhältlich sind.


Kirche im türkischen Stadtteil   


Strasse in Nikosia  

Zurück an der Grenze gab es erneut einen Stempel auf das Papier.

Dann hatten wir Freizeit. Ich schlenderte durch die Strassen und Gassen. Um in die grosse Ladenstrasse zu gelangen, hätte ich zuerst einige stark befahrene Strassen überqueren müssen.

Ich verzichtete darauf, weil sich ohnehin alle Ladenstrassen ähnlich sind.


Troodosgebirge
 


Über eine kurvenreiche Strasse schlängelte sich der Bus in die Berge hinauf. 

Wir wanderten zuerst durch ein kleines Dorf und fuhren später weiter, um ein kleines Museum zu besichtigen.

Es war eine Scheune, wo früher Wein gestampft wurde.


Troodosgebirge

Beinahe auf der Spitze des Berges konnten wir aussteigen um weiter zu laufen. Der Reiseleiter hätte Botaniker werden sollen: Er wusste über jede Pflanze etwas zu erzählen.


Museum

 

 

Oben mussten wir wieder einsteigen um in einem etwas tiefer gelegenen Restaurant essen zu gehen.

Hier wurde Meze serviert.

Das sind verschiedene Fleischspeisen mit Spaghetti, Kartoffeln und Reis, Salat sowie diverse Saucen und Brot. Ein Tisch voll mit verschiedenen Gerichten.
Dazu gab es Rotwein und Wasser.

Nach dem Essen besichtigten wir das Kykkos Kloster. Im kleinen Dorf Lefara wurde eine Kaffeepause eingelegt.

Dann ging es wieder zurück.


Kykkos Kloster


Nordzypern Kerynia

Bevor ich diese Tour machen konnte, musste meine Identitätskarte vom Reiseveranstalter kopiert werden.
In Nikosia mussten wir die Pufferzone überqueren.
Ein Beamter hielt eine Liste mit den Namen der Reisenden in der Hand.

Ich hatte das Glück als erste kontrolliert zu werden und durfte den Bus verlassen.
Draussen konnte ich beobachten wie ein Tourist die Grenze filmte. Er wurde von Beamten bei seinem verbotenen Tun beobachtet und die Aufnahmen wurden gelöscht.

Nach langer Zeit ging ich wieder zurück zum Bus, wo die Beamten immer noch nicht fertig waren mit ihren Kontrollen. Eine Frau, die schon seit geraumer Zeit dringend auf die Toilette gehen wollte, sass immer noch auf ihrem Platz.


Blick auf Kerynia


Hafen von Kerynia

Als endlich alle kontrolliert waren und sich hatten erleichtern können, konnte die Fahrt endlich weitergehen. Auch hier bekamen wir einen türkischen Begleiter. Im Norden Zyperns liegen am Rand der Autobahn Unmengen von Abfällen.

Die Fahrt ging auf das Pentadaktylosgebirge zu. Auf der anderen Seite liegt die Stadt Kerynia. 
Dort wurde uns die alte Festung gezeigt.

 

Danach hatten wir Zeit, in aller Ruhe den Ort anzusehen.

Mir gefiel der kleine Hafen besonders gut.
Hier konnte ich lange verweilen.

Nach zwei Stunden ging es nach Bellapais um zu essen.

Nachher wurden die gut erhaltenen Überreste der achthundertjährigen Abtei besichtigt.


Mauer der Bellapais Abtei


Im Norden der Insel leben vorwiegend Türken. Als 2004 die Grenzen aufgemacht wurden,
verliessen viele  Zyprioten den Norden um im Süden bei ihren eigenen Landsleuten zu leben.

Bootsfahrt

Ich suchte mir einen heissen, windstillen Tag aus um eine Bootsfahrt zu unternehmen.
Das ist ideales Wetter für eine Fahrt auf dem offenen Meer.


Cape Greko

Das kristallklare, blaue Wasser bildete kaum spürbare, sanfte Wellen.
Die Fahrt ging vorbei am Cape Greko, wo auf der Hin- und Rückfahrt Pause gemacht wurde um schwimmen gehen zu können.
Weiter ging es entlang der Fig tree Bay und Protaras bis Famagusta. Auf dem Rückweg wurde ein Essen serviert, das leicht zu geniessen war auf der ruhigen Fahrt. Nach vier Stunden erreichten wir wieder den Hafen.

Mein letzter Abend hier war ein grosses Fest mit Fanfaren, Jahrmarkt, Feuerwerk und vielen Menschen. Was gefeiert wurde, weiss ich allerdings nicht.
Aber eines war mir klar: Es war bestimmt kein Abschiedsfest für mich.


 


Joyce

Printversion.

 
Joyce Frey - Julien ,  Autorin des Romans  " Das verwundete Mädchen" 
  ISBN 3-89950-036-9. Ausgabe von Fischer und Fischer - Frankfurt 
 
357.20.06.08