Homepage

Fürstentum Liechtenstein
Text und Fotos: Joyce Frey
Reisezeit: Juli 2009

 

 

Einige Tage wollte ich im kleinen Fürstentum Liechtenstein, das zwischen Österreich und der Schweiz "eingeklemmt" liegt und nur gerade 12,4 km breit und 24,6 km lang ist, Urlaub machen. In Balzers, bei meiner Tochter und meinem Schwiegersohn,


Schloss Gutenberg

befand sich meine Unterkunft in einem Zimmer mit Sicht auf Schloss Gutenberg, das hoch über der Ortschaft thront.  Ich war mit dem Zug nach Sargans gereist, wo ich mit dem Auto abgeholt wurde. Schon nach knapp zehn Minuten war die Fahrt beendet.
Auf dem Balkon machten wir es uns gemütlich. Ich wunderte mich, dass alles auf dem Balkon festgebunden war. Meine Gastgeber lächelten und sagten, dass ich den Grund bald selber herausfinden würde.

Und tatsächlich: Es dauerte nicht lange bis Föhn aufkam; ein heftiger warmer Fallwind, der aus dem Süden kommt, wenn dort schlechtes Wetter herrscht. In den Tälern wütet er heftiger als in den Bergen. Die Temperatur steigt an, und die trockene Luft verschafft eine klare Sicht.

Wer ins "Freie" geht, sollte einen Regenschutz mitnehmen, denn wenn der Föhn am Ende seiner "Kräfte" ist, kommt garantiert der Regen.
Am Nachmittag spazierten wir zum Schloss hinauf, das zurzeit gerade renoviert wird. Wahrscheinlich soll darin ein Restaurant entstehen. Von oben gab es eine herrliche Sicht auf die umliegenden Berge und die Ortschaft zu bewundern.


Sicht auf Balzers

Hinab wanderten wir zum anderen Ende der Gemeinde zur schöne Kirche von Balzers, um diese zu betrachten. Dann schlenderten wir zum Rhein.

Mitten auf der Brücke über den Fluss stellten wir uns so, dass ein Bein in der Schweiz und das andere in Liechtenstein stand; die Grenze zwischen beiden Ländern ist nur durch eine kleine Tafel am Geländer zu erkennen.

Der Ausblick ist wunderschön.


Auf der Grenze

Am nächsten Tag fuhren Sandra und ich mit dem Bus. Ich kaufte mir eine Tageskarte für sieben Franken; wenn wir es eher gewusst hätten, hätte ich als Rentnerin nur fünf Franken bezahlen müssen. Zuerst fuhren wir nach Vaduz.
Dort wollte ich mit dem Touristenzug fahren. Zuerst wanderten wir durch die autofreie Zone, die allerdings nicht sehr "aufregend" ist.

Als wir die Station des Zuges erreichten, erfuhren wir, dass man nur in einer angemeldeten Gruppe  mitfahren kann – ausser es hätte noch freie Plätze.

Zwei Reisebusse, der eine aus Holland und der andere aus Deutschland, hielten an und die Reisenden bestiegen den Touristenzug. Es hatte keine freien Plätze mehr.

Zweimal am Tag fuhr der Zug auch für einzeln reisende Touristen. Aber solange wollten wir nicht warten.

Wir gingen weiter auf die andere Seite der verkehrsreichen Strasse um auf einer Terrasse mit Sicht auf das Fürstenschloss etwas zu trinken.


Schellenberg

Das Schloss war zwischen modernen Geschäftshäusern noch zu erblicken. Vaduz hat einige Museen, aber sonst wenig zu bieten.
Wir fuhren weiter nach Mauren, um dort das Vogelparadies zu besuchen. Dort leben vorwiegend Papageien aus aller Welt.


Sicht ab Gaflei

Nach zehn Minuten hatten wir alles gesehen. Zurück in Mauren assen wir auf einer schönen Terrasse und fuhren anschliessend nach Schellenberg, um nach einem kurzen Aufstieg zu Fuss die Ruine zu besichtigen.

Wir mussten zurück nach Mauren fahren, um von dort wieder nach Balzers zu kommen. Tja, das kleine Ländchen hat man schnell durchquert.

Tags darauf hatte der Schwiegersohn auch frei. Wir wollten den Tag in den Bergen verbringen. Zuerst ging es zum Triesenberg hinauf und von dort weiter nach Gaflei. Dort wanderten wir bis zum Aussichtspunkt. Wir konnten die schöne Sicht auf der Rhein und die Schweiz bewundern.

Der Föhn blies immer noch heftig und hier in der Höhe erst recht. Ich musste mich am Geländer festhalten um nicht weggeblasen zu werden.
Später fuhren wir weiter hinauf nach Malbun, das auf 1602 Metern liegt. Hier stehen viele Hotels und Ferienhäuser. Von hier kann man in jede Richtung wandern gehen. Liechtenstein hat 400 Kilometer gute Wanderwege, sowohl für den gemütlichen
Wanderer als auch für solche, die es gerne etwas schwieriger haben. Im Winter herrscht hier mehr Betrieb, weil es ein bekannter Skiort ist.

Skipisten hat es für Anfänger und Profis. Wir machten ein Rast in einem Restaurant, um etwas zu trinken. Dann ging es ein Stück Bergab.

Den Höhepunkt des Tages hatten meine Gastgeber bis zum Schluss aufgehoben: Wir sollten Murmeltiere zu sehen bekommen. In Steg wurde das Auto geparkt. Es ging zu Fuss weiter. Zuerst an einen kleinen See. Dann weiter dem Valünerbach entlang bis Valüna, wo ein Bauernhaus steht.
Wir wanderten weit. Aber Murmeltiere waren keine zu sehen.

Die Föhn hatte inzwischen zwar nachgelassen, aber es war immer noch sehr heiss. Natürlich suchten die Tiere auch kühle Stellen.


Malbun

Wir machten Rast auf einem Stein am Bach und spähten in die Berge in der Hoffnung ein Murmeltier zu finden. Das Pfeifen eines Tieres war zu hören. Endlich hatte meine Tochter eines erblickt. Ich nahm das Fernglas und konnte das Tier ebenfalls erspähen, dann noch eines und noch ein weiteres. Es war ja klar, dass die Tiere sich im Schatten von Bäumen aufhielten.


Valüna


wo sind die Murmeltiere?


Steg

Wir sassen noch lange am Bach und konnten doch mehrere Murmeltiere beobachten. Obschon sie nicht so nahe kamen wie üblich, so war es doch schön, sie in der freien Natur zu erleben. Schliesslich wanderten wir zurück und machten uns auf den


Sicht ab Fürstenschloss

Heimweg.
Aber nicht auf dem üblichen Weg; mein Schwiegersohn hatte noch eine Überraschung auf Lager.

Wir kamen hinter dem Schloss in Vaduz an, wo noch ein Halt gemacht wurde um dieses und dessen Umgebung näher zu besichtigen.
 

Nach meiner Meinung hat Lichtenstein wenig  Sehenswürdigkeiten; es ist aber ein Paradies für Naturliebhaber.


 


Joyce

461.31.07.09