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Florenz - Firenze
Text: Charles Julien sr.
Reisezeit: Mai - Juni 2004

     

     
Wie ein erfahrender Taxifahrer fuhr ich mit meinen drei Fahrgästen direkt zum Piazzale Michelangelo.
Es war aber das erste Mal, dass ich nach Florenz hinein fuhr.
"slechts een kopie, maar toch......

Schon vier Mal hatte ich bisher während einem Urlaub diese Stadt umfahren. Doch jetzt wollte ich hinein.

Es war Mai und die grossen Touristenströme hatten ihren Höhenpunkt noch nicht erreicht. Ich fand schnell einen gratis Parkplatz und wir staunten über die Sicht auf die Stadt auf den Arno. Wir sahen den Ponte Veccio in der Ferne, den Dom, die Kirche Santa Croce und wir konnten uns fast nicht satt sehen. Wir hörten viele Sprachen und die Leute in den Souvenirgeschäften hatten alle Hände voll zu tun.

Eine japanische Fernsehnequipe liess eine junge Dame zur imposanten Statue von  David schreiten. Dieser Statue ist allerdings eine Imitation: Das Original steht im Museum Galleria del Accademia.

Nachdem wir einige Kunstwerke (billige Imitationen) gekauft hatten, schlugen Karin und Susan vor, dass wir mit einem Bus zum berühmten Zentrum fahren könnten.
Wir stiegen ein und an der Stazione Centrale di Maria Novella wieder aus.
Bei der Tourist Info bekamen wir nützliche Hinweise. Wir entschlossen uns, die Stadt mit einem offenen Doppeldeckerbus zu entdecken.
Es war herrlich die Sonne während der Fahrt auf dem Kopf zu spüren.

David von Michelanchelo


Es gab zwei Routen; eine kürzere, die das wichtigste in der Stadt zeigte, und eine längere, die weiter nach oben fuhr.
Wir buchten die Kleinere.
Mit dem Aufsetzen eines Kopfhörers, dessen Sprache wir an der Wand des Busses einstellen konnten, ging es los.
Zuerst hörte ich noch aufmerksam zu, doch dann bemerkte ich, dass es aufregender war, die Sachen nach eigenen Gutdünken zu betrachten.
Es war gewaltig, die prächtigen Gebäude mit eigenen Augen wahrnehmen zu können.

Auffällig war, wie dort hunderte Mofas und Skooters ordentlich nebeneinander geparkt standen.

piazzale Michelangelo

Die japanische Schönheit

Wenn nur eines davon umfallen würde, entstünde ein „Dominoeffekt“: Alle würden dann umfallen.

Unterwegs hätten wir auf den Bus für die längere Route umsteigen können, aber wir blieben sitzen.
Schliesslich kamen wir wieder auf der Piazzale Michelangelo, wo wir allerdings nicht aussteigen durften und weiter mitfahren mussten in ein Quartier mit prächtigen Villen, die in privaten Parks stehen.

 

 Der offene Doppeldecker von Florenze und Fiesole

 

Der Dom und das Battisterio waren überwältigend, ebenso wie auch die Schlange von Touristen, die dort hinein gehen wollten.
Auch um auf die Turmspitze zu steigen, musste eine Wartezeit in Kauf genommen werden. Ich fragte mich, ob ich überhaupt dort hinauf wollte; aber das war eine Sorge für später.

Der Bus kam. Obwohl eine Menge Menschen einstiegen, fand doch jeder Passagier einen Sitzplatz.
Nun besichtigten wir einen anderen, höher gelegenen Teil der Stadt, der eigentlich Firenze heisst. Hier sind die Wege breiter. Es ging ziemlich steil hinauf und es wurde kühler. Vielleicht auch nur, weil der Bus ein recht hohes Fahrtempo an den Tag legte. Wir Flachländer hofften, der Bus würde bald sein Ziel erreichen. Über uns lag der Fiesole.

Florenze im Nebel

Als wir auf die Stadt hinunter sahen, hatten wir einen schönen Ausblick. Und das obschon die Stadt von Smog etwas eingenebelt war. Doch die Türme im Zentrum waren noch zu erkennen.

In zwanzig Minuten sollte der nächste Bus kommen. Wir beschlossen, noch schnell etwas zu trinken. Aber hier wurden halbe Liter serviert, die auszutrinken uns in der kurzen Zeit nicht gelang. Pünktlich ging es zurück.

Am Ufer des Arno sollten wir umsteigen auf einen anderen Bus, der uns zum Piazzale Michelangelo bringen sollte und wir hofften, dass unser Auto noch dort stehen würde.

Fiesole. uitzicht op de stad

Terrasse beim Bushaltestelle Fiesole

Aber kein Bus kam. Die Hostesse funkte, dass hier vier ungeduldige Passagieren stünden, die weiter fahren wollten.
Es dauerte nahezu eine halbe Stunde bis ein Bus kam.

Die Rundfahrt war zwar anstrengend gewesen, aber doch eine ideale Möglichkeit die Stadt etwas kennen zu lernen. Aber um alles einmal richtig zu sehen, mussten wir die Rundfahrt wiederholen, und das wollten wir in den nächsten Wochen tun.

 

Der zweite Besuch an der Stadt.

Unterdessen hatte sich unsere Gruppe vergrössert: Zu meiner Frau, der Tochter und ihrer Freundin war mein Sohn René, der einen Billigflug hatte buchen können, hinzugekommen.
Zu fünft kamen wir auf der Piazzale Michelangelo an, wo der Entschluss gefasst wurde, uns in zwei Gruppen zu aufzuteilen; eine ältere, zu der ich per Zufall eingeteilt worden war (ha ha) und eine jüngere.

Trees und ich fuhren mit dem Bus ins Zentrum; die jungen Leute wollten dorthin zu Fuss gehen.
Wir stiegen vor dem Bahnhof nahe bei der Kirche Santa Maria Novella aus.
Wegen Bauarbeiten war die Kirche jedoch nur schwer zu erreichen.
Wir spazierten zur Via de Cerretani und betraten dort die kleine Kirche Sta. Maria Maggiore, wo gerade eine Messe gefeiert wurde.
Die Kirche war nahezu voll besetzt mit einheimischen Gläubigen.

Manche ausländischen Pfarrer könnten hier neidisch auf die gefüllten Kirchenbänke und die Atmosphäre in den Gottesdiensten werden.
Wir schlenderten zum Domplatz „Piazza de Duomo.“

Piazza del Duomo

Wir mussten schnell einsehen, dass ein einzelner Tagesbesuch in Florenz nicht ausreichen würde um alles zu sehen. Für Museumsbesichtigungen reichte die Zeit nicht. Die Stadt hat so viel Unterschiedliches und Sehenswertes zu bieten.

Eine Schlange von Menschen hatte sich vor dem Campanile und dem Battisterio  gebildet. Wir gingen in die Via Roma gemütlich einen Kaffe  trinken. Dort bemerkten wir eine auffällige Hektik auf der Piazza della Republica. Wir hofften, dass es später etwas ruhiger sein würde. Es war der überdachte Markt, wo so ziemlich alles erhältlich ist wie etwa Früchte, Gemüse, Ledergurten, Hüte und so weiter. Ich versuchte mir vorzustellen hier an einem ruhigen Tag hin zu gehen.

Rechts vor uns stand der Triumphbogen, der daran erinnern sollte, dass Florenz nach dem 18. Jahrhundert die Hauptstadt des Landes gewesen war. Meine Frau und ich wanderten in die Via Calimana und sehen dort eine Menschenmenge, die uns schmunzeln liess.

rechts nog een puntje van de dom

Baptisterium

Die Reiseleiter trugen eine Art von Antennen:
Die Japaner konnten sich ihren Leiter mit der japanische Fahne merken, andere Gruppen hatten eine Puppe, einen Affen aus Plüsch oder schmutzige Lumpen als Erkennungszeichen.
Daraus schlossen wir, dass der Ponte Vecchio vor uns steht. Nur Schritt um Schritt kamen wir voran, und so entschlossen wir uns schliesslich, die Brücke lieber aus der Distanz zu bewundern.

Pizza della republica: Der schöne Markt

Eigentlich ist es ja keine richtige Brücke, obwohl sie über einen Fluss führt. Es ist vielmehr eine lebhafte Ladenstrasse.
Fast jeder hat schon einmal ein Foto oder einen Film von diesem Ort gesehen, aber wenn man ihn mit eigenen Augen sieht, ist es noch schöner.

Schliesslich waren wir doch noch über die Brücke gelangt und kamen in das Einkaufsparadies, das Diebe geradezu anlocken müsste.
Doch Polizisten taten hier gute Arbeit mit ihren ständigen Patrouillen.
Mitten auf der Brücke gibt es kein Geschäft: Hier kann man über die Mauer blicken oder in den Arno hinein tauchen.
Die Brücke, die immer noch wie neu aussieht, ist 1345 gebaut worden.

 

Ponte Vecchio

Dann erreichten wir den Torso vom Goldschmied Cellini.
Darum herum steht ein Gitter mit Hängeschlössern und zwei Schlüssel.
Was es genau zu bedeuten hatte, weiss ich nicht, aber es soll etwas mit „Amore“ zu tun haben.
Dies war auch eine beliebte Stelle, wo die Reiseleiter mit den „Antennen“ ihre Schäflein zusammen riefen um ihnen weitere Informationen zu geben.

Meine Frau und ich gingen weiter zum Palazzo Pitti, doch wegen dem Zeitdruck schlenderten wir weiter Richtung Arno, an Verkäufern vorbei, die auf dem Boden liegende Poster verkaufen wollten, und erreichten die Uffizi.

Menschenmasse bei den Bogen auf Ponte Veccio

 

Die Uffizi  ist eine Strasse mit auf beiden Seiten je einem Museum.
Die Strasse hat drei Säulen, zwischen denen hindurch wir hinein kamen.

Hier standen auch Spassvögel, die für eine kleine Spende eine Schau boten.

Uffizi

 

Die Spassvögel auf Uffizi

Wir schlenderten an den Artisten vorbei und kamen auf die Piazza della Signoria.
In Büchern hatte ich davon schon Bilder gesehen, aber die Wirklichkeit war imposanter.

Der Palazzo Vecchio liegt fast verborgen hinter einer grünen Sicherheitszone.
Alle 25 Meter steht ein hier Standbild, welche diesen Platz so attraktiv machen.
Zum Glück ragen sie über die Menschenmassen hinaus. Auch hier steht eine Imitation  von Michaelangelo.
Aber aufregender ist die marmorne Plastik von kämpfenden Personen, die lebensgetreu wirkt. Eine andere Plastik ist auch sehr Eindruck erweckend: Perseus, der den Kopf von Medusa in der Hand hält.

Diese steht in der Loggia dei Lanzi.  Der Brunnen von Neptun ist vor allem bei den Frauen begehrt, weil sie sich dort fotografieren lassen wollen mit dem nackten Perseus im Hintergrund.
Allein auf diesem Platz könnte man einen halben Tag verbringen.

Neptunes

 


                                                                                         
                                                                                                              
Nachdem wir uns köstlich über die Reisenleiter mit den „Antennen“ amüsiert hatten, verliessen wir den Platz, um durch enge Gassen und ruhige Ecken zum Dom zurückzukehren.

Über die Piazza di San Lorenzo, wo wir leider die Kirche nicht von innen ansahen, kamen wir auf die Piazza del Mercato Centrale. Dort sollte ein Restaurant sein, das ein Bekannter von Caren empfohlen hatte. Zum Glück fanden wir einen Tisch für fünf Personen.

Nach einem herrlichen Essen, und weil der Tag schon ziemlich fortgeschritten war, wollten wir nur noch David im Original sehen.

Wir schlossen uns in der wartenden Reihe an.
Endlich waren wir drinnen, aber wer die Kamera hervor nehmen wollte, wurde von einer „Hexe“ daran gehindert. 

Raub der Sabeinse Magden

 


Nun stand der originale David vor uns am Ende des Saals; glänzend und wie neu geboren, denn nach seiner „Schönheitsoperation“ stand er seit wenigen Tagen wieder an einer alten, angestammten Stelle. Wir gehören zu den Ersten, die ihn wieder in seinem jugendlichen Glanz bewundern durften.

Später haben wir in Büchern und auf Fotos nachgesehen und erkannten, wie schmutzig er im Lauf der Jahrhunderte geworden war.

Wir teilten uns wieder zwei Gruppen auf.

Der einzige echte David in der Galleria dell Accademica

Die Jungen gingen zu Fuss zurück und die Alten bestiegen den Bus auf der Piazza di San Marco um zum Bahnhof zu fahren, wo das Auto stand. Wir glaubten, in einer Viertelstunde da zu sein.
Aber das war ein Irrtum. Der Bus fuhr in jede Ecke der Stadt. Die Fahrt dauerte eine Stunde.
Die jungen Fussgänger hatten schon geglaubt, dass wir verloren gegangen wären.


Florenz?

Eine unvergessliche Erfahrung!!

     

  Charles sr

121.22.02.07