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Peljesac - Korcula
Text: Joyce Frey
Reisezeit: August 2004

 

 

Korcula

 

Start Kroatien

 

Dubrovnik

 
Früh am Morgen stand ich auf der Strasse vor dem Hotel in Lapad, wo ich auf den Bus wartete um eine Tagestour über die Halbinsel Peljesac und die Insel Korcula zu machen. Es dauerte eine Viertel stunde bis der Bus kam. Wir mussten noch auf zwei anderen Passagieren warten, die sich verspätet hatten.
Nach einigen Aufenthalten, um andere Fahrgäste einzuladen, fuhr der Bus zur Tudjmanbrücke, die ich schon ein paar Mal auf Distanz bewundert hatte, und die mich immer wieder faszinierte. Auf der Brücke stand eine Gruppe Menschen, die auch noch mitfahren wollten. Es waren Italiener, die laut lärmend einstiegen. Da ich beinahe die einzige war, die vorn im Bus Platz genommen hatte, setzten sie sich in meine nähe. Einigen auf die Bänke daneben, andere davor und ein grosser Mann setzte sich neben mich, obschon noch andere Plätze frei waren. Er redete ununterbrochen und hatte eine schrecklich tiefe Stimme, die mir durch Mark und Bein ging. In englische, deutsche und italienischer Sprache wurde erzählt, was auf dem Programm stand. Der Bus fuhr inzwischen  Richtung Norden, wo ich bisher noch nicht gewesen war. Eine Bucht nach der anderen folgte wo kleine verträumte Fischerdörfchen lagen, umgeben von Pinienwäldern.
Schliesslich waren wir in Ston angekommen, wo ich schon tags zuvor hatte hinfahren wollen. Aber ich liess es sein, weil der Bus nur ein paar Mal am Tag dahin fuhr. Ich hatte mich entschlossen nochmals nach Cavtat zu fahren, wo es mir sehr gut gefallen hatte.In Ston bekamen wir eine halbe Stunde Zeit uns umzusehen. Ich war schnell fertig. Es war nur ein kleines Örtchen. Das einzige interessante für mich war die Festungsmauer hoch in Bergen

Tudjmanbrücke

über der Stadt welche die form eines „M „  hatte. Früher hatte sie der Feind abwehren sollen.

Aber meines Erachtens müsste der Angreifer ein enorm gute Kondition gehabt haben, um über den Berg zu kommen. Auch die Stadtmauern waren sehenswürdig. Wir fuhren wieder. Im Bus erzählte die Reiseleiterin in die englischer und deutscher Sprache, was weiter geschehen würde. Jeder hörte schweigend zu. Eine junge Dame, die mit den Italienern gekommen war, erzählte es ihrer Gruppe in ihrer Sprache. Lautstark reagierten die Leute, nach jeden paar Sätzen, die sie sprach. Inzwischen fuhren wir über die Halbinsel Peljesac, die siebzig Kilometer lang ist. Der Bus fuhr am Meer entlang das auf der rechten Seite lag. In den Buchten wurden Muscheln gezüchtet. Das Wasser hatte eine königsblaue Farbe und ich fragte mich, ob die Muscheln 

abfärbten. Auf der anderen Seite der Insel wuchsen üppig Trauben, Früchte und Gemüse. Die Insel ist bekannt für ihren guten Wein. Nach der Fahrt, die an kleinen Dörfern vorbei ging, erreichten wir den kleinen Hafen von Orebic. 

Dort  wartete ein Boot auf uns, um uns zum gegenüberliegenden Ufer von Corcula zu bringen. Die halbstündige Fahrt verlief ruhig, und ohne grosse Wellen, die einen in die Luft werfen konnten. Auf der Insel, gingen wir zuerst zum Gebäude der Reiseagentur. Dort sollten die Italiener und Engländer einen Leiter kommen, der sie führen sollte. Die Südländer hatten keine Lust darauf zu warten und gingen auf eigene Faust los. Auch die Anderen wollten nicht länger warten und verschwanden ebenfalls. Nun waren die Deutschsprechenden 

Korcula

noch übrig.Wir liefen brav unserer Leiterin 
nach.  Bei der Besichtigung der Sveti Marko Kathedrale waren noch einige Leute da. Aber immer mehr Mitreisende
verschwanden. Im Museum mit Münzen und Ikonen waren es noch weniger und im Museum für alte Gebrauchsgegenstände, waren es nur noch drei. Ich glaubte dort, in einer Rumpelkammer zu sein. Nach dieser

 Besichtigung durften auch wir unsere Zeit nach eigenen Wünschen verbringen. Ich erkannte die Südländer auf einer Terrasse, wo sie es sich gut gehen liessen mit einer üppigen Mahlzeit und rotem Wein. Auch ich suchte eine gemütliche Terrasse, wo ich einen herrlichen Capuccino und ein 

Alte Gassen in Korcula

Stück Apfelkuchen genoss. Danach ging ich auf Entdeckungstour und wanderte durch die engen Gassen der Stadt zwischen den Stadtmauern. Die Häuser sind Small und die Kirchen und öffentlichen Gebäude hoch, sodass es im Städtchen angenehm kühl war. Später lief ich dem Meer entlang. Dann wagte ich es, in einer schmale Strasse nach oben zu klettern, um auf der anderen Seite wieder nach unten zu gehen. Auch dort gelangte ich ans Meer, wo ein Turm stand. Nun lief ich weiter zur anderen Seite der Ortschaft.Dort stehen modernere Gebäude, meist Läden und Wohnhäuser. Im Hafen lagen Boote der verschiedenen Kategorien. Von alten Fischerbötchen bis zu modernen kleinen Luxusjachten. Dann lief ich wieder die Treppe hinauf um in die Altstadt zu kommen. Dort setzte ich mich auf eine Terrasse, um 
etwas zu trinken. So verbrachte ich die zwei Stunden,, die ich zur                         centrum in Korcula
Verfügung hatte. Allmählich war die Zeit gekommen, zur verabredeten Stelle zu gehen. Einige Leute sassen schon da 
auf den Bänken. Ich setzte mich auch hin, und kam ins Gespräch mit den anderen. Vor allem ein Deutscher interessierte sich für mich. Immer mehr Mitreisenden kamen. Wir warteten noch einen Moment. Dann wurde es Zeit, auf das Boot zu gehen. Doch eine Gruppe fehlte noch. Da es ziemlich ruhig war, musste man nicht fragen, wer noch fehlte. Die Leiterinnen sahen auf die Uhr und redeten miteinander. Wir Deutsch- und Englischsprechenden sollten zum Boot gehen, das schon wartete. Die Leiterin der Italiener musste ihre Mannschaft suchen gehen.Inzwischen hatten wir es uns  auf dem Boot auf den besten Plätzen gemütlich gemacht. Ich sass träumend in der Sonne. Beinahe erschrak ich von einigen lauten Stimmen, die näher kamen. Die verspäteten Touristen stiegen nun auch ein und wir konnten ablegen. Am anderen Ufer wartete der Buschauffeur. Während der Fahrt erzählte unsere Reiseleiterin wie es weiter ging. Dann durfte die andere ihre Ansprache halten. Sie fragte ihre Leute, ob sie müde waren.Sie schrien „ Nein.“ Sie erzählte, dass wir nach zwanzig 
Zurück auf der Halbinsel. Peljesac. Hier Trstenik Minuten eine Weindegustation in einem kleinen Dörfchen machen 
würden. Die Südländer jubelten vor Freude. Aber schon bald, nachdem die Ansprachen beendet waren, wurde es ruhig im Bus. Mein Nachbar schlief, die Menschen gegenüber und vor mir auch. Wir hielten im Dörfchen an. Die Italiener mussten geweckt werden. Als sie hörten, dass es Wein zu probieren gab, waren sie sofort hellwach. Wir gingen in ein Haus, wo in einen finsteren Raum lange Bänke und Tische standen. Auf einem Tisch davor standen Gläser mit Rotwein und Kräckers.Jeder bediente sich und setzte sich hin. Der Deutsche, mit dem ich schon ein paar Mal geredet hatte, setzte sich neben mich. Ein anderes Pärchen setzte sich uns gegenüber. Als wir ins Gespräch kamen, erzählten sie gemeint zu haben, das wir Mann und Frau seien. . Da ich kein Fan von Wein bin, ging ich schon bald wieder nach draussen um mich im Dörfchen umzusehen. Der Deutsche kam bald darauf auch. Er war enttäuscht, nicht verschiedene Weine probieren zu dürfen. Dann erzählte er, wie schlecht es ihm in seinem Land ginge und wie die Preise in Kroatien gestiegen seien, seit seinem letzten Besuch hier. Auch andere kamen nach draussen.

Und allmählich war die Gruppe wieder komplett. Nur der Deutsche verschwand schnell, um noch ein Gläschen Wein zu kippen. Wir stiegen in den Bus. Bald war es in meiner Umgebung wieder ruhig geworden. Nicht einmal ein Schnarchen war zu hören. Nach einer halben Stunde durften wir wieder aussteigen, um eine Kaffeepause zu machen. Das Restaurant lag einsam hoch über einer Bucht. Die Urlauber strömten hinein, um sich einen Kaffe zu holen. Ich liess mir Zeit. Als beinah jeder bedient war, gingen der Deutsche und 

ich zum Büffet. Er nahm ein teures 

Sicht auf der Halbinsel Peljesac

Bierund ich gönnte mich eine Glace. Wir liefen zur Terrasse, wo keine Sitzplätze mehr frei waren  und blickten über die Mauer nach unten auf das blaue Meer. Ich dachte „Wie schön ist es hier.“ Der Andere erzählte von seiner  Pension, die abgelegen auf einem Hügel lag. Schliesslich konnten wir weiter gehen. Wir fuhren nun über dieselbe Strasse wie auf dem Hinweg. Es verblüffte mich erneut wie dunkelblau das Wasser bei der Muschelzüchterei war. Gegen Abend kamen 

wir in Dubrovnik an.Eine Menge Leute stiegen hier aus; auch die Italiener, die mit einem Kleinbus nach Cavtat gefahren wurden. Bevor wir Lapad erreichten, erklang eine Melodie aus der Tasche der Leiterin. Sie drückte ihr Handy ans Ohr und ging damit zu einem der Plätze, wo die Südländer gesessen waren. Dort nahm sie eine Handtasche, die auf der Bank lag und redete. Dann verstaute sie ihr Gerätchen und erklärte uns, dass wir wieder nach Dubrovnik zurück fahren müssten.Dort hielt der Bus vor einem Hotel an. Bald kam ein Auto, das ebenfalls anhielt. Ein Mann stieg aus und ging zum Bus. Dort wurde ihm die liegen gebliebene Tasche überreicht. 

Dachterrasse auf Lapad

Jeder fuhr nun in eine andere Richtung weiter.
Nun konnten wir zum Hafen fahren. Der Deutsche, der inzwischen neben mir Platz genommen hatte, zeigte auf den Hügel, wo seine Pension lag. Er musste noch weit laufen und den Hügel hinauf klettern. Einige Touristen stiegen hier aus. Ich war die letzte, die aussteigen konnte. Es war ein schöner Tag gewesen. Ich  hatte mehrere Menschen kennengelernt und ein Stückchen von einem Land gesehen, das ein Überbleibsel vom Paradies sein könnte.
 
                                                        Joyce

 
Joyce Frey - Julien ,  Autorin des Romans  " Das verwundete Mädchen" 
  ISBN 3-89950-036-9. Ausgabe von Fischer und Fischer - Frankfurt 
 
043.2005