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  Yukatan Xcaret
Text: Joyce Frey
Reisezeit: März 2000

 

Vergnügungspark ala Mexico. XCARET

     

Start Mexiko

  Yukatan
     
Schon seit einigen Tage befand ich mich in Playa del Carmen und hatte mich inzwischen erholt von der langen Reise in Peru, Bolivien und Yucatan. Ich hatte den herrlich weissen Strand am blauen Wasser der Karibik genossen und die

lebhafte Strassen. Aber es war mir schon wieder langweilig geworden.
Die Unternehmungslust hatte mich wieder gepackt. Ich wollte den Vergnügungspark XCARET besuchen und wollte beim Mann vom Reiseunternehmen einen Ausflug buchen. Er meinte, ich sollte doch auf eigene Faust gehen und gab mir Ratschläge, die ich befolgte. Am Morgen ging ich auf die Strasse und hielt ein Taxi an.
Für etwas mehr als einen Dollar wollte er mich nach XCARET fahren. Nach sechs Kilometern setzte er mich vor dem Eingang ab. Dort bezahlte ich 39 Dollar Eintritt und fand, das wäre etwas überrissen. Aber bevor ich am Abend mein Hotel wieder betrat, wusste ich, dass der Preis gerecht gewesen war.
Als erstes ging ich ins Museum, wo ich die vergangene Reise rekonstruieren konnte. Alle Pyramiden waren als Miniaturen zu sehen und Puppen, die jeden bisherigen Präsidenten des Landes darstellten. Danach ging ich an Papageien und

Weisses Strand am Caribic

Flamingos vorbeiI, bis ich die unterirdischen Gänge gefunden hatte, wo ein schmaler kristallklarer Fluss sich hindurch schlängelte. Ich kam bei einer Kapelle und ein Mayadorf. Inzwischen war ich schon weit gelaufen und suchte nach dem Jaguar. Aber ich fand nur einen schlafenden Puma. Nicht weit davon entfernt war die Schmetterlingsfarm. Bunte Exemplare flogen mir um die Ohren. Es war ein Genuss, diese zu betrachten. Nach einem weiteren Marsch kam ich beim Meer an, wo das klare blaue Wasser gegen  den

Zum untererdischen Fluss

Strand schlug. Auf dem Strand

standen Liegestühle und hingen Hängematten. Diese wirkten so einladend, dass ich mich in einer Hängematte zur Ruhe legte und die Augen schloss. Das Rauschen des Wassers drang in meine Ohren und ich musste gegen den Schlaf ankämpfen. Ich befreite mich von meinen Schuhen und lag sicher eine Stunde halb schlafend da.
Wieder erholt machte ich mich erneut auf eine Entdeckungstour.
Zuerst landete ich bei den Schildkröten, dann beim Aquarium und dem Krokodil, das wie tot auf den Felsen lag. Zwischen jeder Sehenswürdigkeit wuchsen Palmen und anderen tropische Pflanzen. 
Ein schmaler Fluss strömte durch die Anlage, dessen Wasser so blau war, als wäre es aus blauer Tinte.
Ich war nun bei den Delfinen angekommen.
Einige Kinder und ein paar Erwachsene waren ins Wasser gestiegen, um

unter Anleitung der Betreuer die Tieren anzufassen.

Hängematten zum relaxen 

Sie durften sich sogar an die Flossen klammern und sich durch das Bassin ziehen lassen.

Einige Einwohner des Parks

 Das gefiel mir gar nicht. Ich habe etwas gegen Shows mit Delfinen, weil ich der Meinung bin, dass diese Tiere in der Weite des Meeres zu Hause sein sollten. Etwas weiter kam ich in den Urwald.
Hier schien ich alleine auf der Welt zu sein.
Kein Mensch war zu sehen oder zu hören. Ich war froh, einen gut erkennbaren Pfad vorzufinden, sonst hätte ich nicht mehr hinaus gefunden. Ich genoss die Ruhe und die herrliche Vegetation.
Wieder in der belebten Welt stiess ich auf einen Platz, wo demnächst eine Schau stattfinden sollte.
Schon eine Menge Leute sassen auf der Mauer um den Platz und andere hatten sich auf den Boden gesetzt.
Ich hatte auch einen Platz auf der Mauer ergattert.

Es tat mir gut, wieder einen Moment sitzen zu können, denn inzwischen war

Ein ruhiges Stück Urwald

ich wieder viel gewandert. Fünf Männer betraten trommelnd den Platz und begaben zu der Pfahl der in der mitten stand. 
Die Trommeln wurden auf den Boden abgestellt. Vier Männer befestigten Seile um die Füsse, während der fünfte hinauf kletterte. Er zog zuerst die Seile an, damit sie nicht zu nahe am Boden waren, und fing anschliessend an den Pfahl zu drehen, woran die vier Anderen ihr akrobatisches Können zeigten.
Obschon ich eine solche Vorführung schon auf der Rundreise gesehen hatte, sah ich gerne nochmals zu.
Als es beendet war, ging ich die Fledermäuse suchen.
Dabei traf ich Leute, die mit mir auf der  Reise gewesen waren.

In die Seile am Pfahl

Wir unterhielten uns eine Weile und dann

Immer wieder faszinierend zu sehen

ging ich in die dunkle Höhle, um die Fledermäuse zu sehen. Ich glaubte, den Rundgang beendet zu haben, und wollte noch die Folklore Schau sehen. Schon einige Menschen sassen auf der halbrunden aus Stein geschlagenen Tribüne,
aber es dauerte noch eine Weile bis das Spektakel beginnen sollte.
So ging zuerst noch etwas zu Trinken kaufen, denn das Wandern unter der heissen Sonne machte doch durstig. Ich nahm die Flasche mit und suchte mir ziemlich vorn in der Mitte der Tribüne einen Platz.
Ich hatte sogar ein Kissen ergattern können. Ach wie schön es war, wieder sitzen zu können. Allmählich füllte sich die Tribüne.
Ich sah zum Felsen vor mir wo eine Öffnung war, und wo Wasser eindrang, das leise hinter der Bühne vorbei strömte.
Gespannt wartete das Publikum auf den Anfang. Punkt fünf Uhr kam ein Boot unter dem Felsen hervor, mit einigen Sängern darin. Andere kamen von der Seite auf der Bühne. Rassige Musik und eine Tanzschau wurden vorgeführt wie auch einige witzige Szenen.

Zauberschau im Park

Es war wirklich ein Vergnügen, dies mitzuerleben. Als es nach einer
Stunde fertig war, wurde ich einem englischsprechenden Reiseleiter zugeteilt, der mich mit vielen anderen  Leute zum nächsten Geschehen führen sollte. Zwischen Ruinen wurde ein altes Maya-Ballspiel gezeigt.
Ich hatte wieder einen guten Platz ergattern können. Beide Mannschaften betraten das Feld und zeigten eine Begrüssungszeremonie. Nun konnte das Spiel anfangen. Die Regel war, den Ball mit den Hüften durch Reifen, die an den Wänden befestigt waren, hindurch zu bringen. Manchmal war es lustig zu sehen, wie die Männer sich auf dem Boden schlängelten und versuchten den Ball wieder in die Höhe zu bringen. Es wurde sehr fair gespielt, denn die Spieler wussten, dass derjenige, der faulte, geköpft wurde. So war es früher der Fall gewesen. Ich stellte mir vor, dass das nächste Spiel mit einem Kopf gespielt würde. Es war schon stockfinster, als das Spiel beendet war. Ich suchte meinen Reiseleiter, wie die anderen auch. In der Finsternis gingen wir einen schmalen Weg entlang. In der Ferne sah ich ein Feuer brennen.

Magische Töne klangen zuerst leise und dann lauter in meinen Ohren.

Hüftballspiel

Als der Ort des Geschehens erreicht war, konnten wir eine bezaubernde Zauberschau miterleben.
Tänze mit gespenstirischen Figuren wurden den Geistern angeboten, damit sie dem Volk gnädig blieben. Früher bat wohl jeder darum, nicht geköpft zu werden.
Nach der Schau ging es zum Ausgang. Eine Reihe Busse standen davor, aber keiner fuhr in meine Richtung. Ich suchte nach einem Taxi, aber die waren hier nicht zu sehen. Ein Mann, der mir anscheinend ansah, was ich suchte, fragte ob ich ein Taxi brauchte. Ich sagte “Ja „ und er bat mich ihm zu folgen. Das tat ich.
Wir fuhren zu meinem Hotel, wo ich noch weitere zehn Tage verbringen sollte.
Mir hatte es in Playa del Carmen gut gefallen. Es bot mir alles, was mein Herz begehrte. Einen herrlich langen Strand, der zum spazieren, baden und mit anderen Badegästen zu plaudern einlud. Dazu strahlend blaues Wasser mit einer

Playa del Carmen

 angenehmen Temperatur, belebte Strassen und ein ruhiges Hotel.

 
                                                                                         Joyce

 
Joyce Frey - Julien ,  Autorin des Romans  " Das verwundete Mädchen" 
  ISBN 3-89950-036-9. Ausgabe von Fischer und Fischer - Frankfurt 
 
056.2005