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Niederlande - Den Haag - Scheveningen
Text: Joyce Frey
Reisezeit: Juni 2007

     

 

Den Haag. Binnenhof

 
Am ersten Tag nach meiner langen Reise von der Schweiz nach Holland fuhr ich mit meiner Schwägerin nach Eindhoven. Dabei erzählte sie mir, dass sie am nächsten Tag nach Beverswijk fahren wollte. Ich konnte mir nicht genau vorstellen wo es lag, aber es schien mir, als läge es am Meer.

Als ich Genaueres wissen wollte, sagte sie, dass ich mich nicht täuschte. Sie wollte dort die Chinatown besuchen.
Ich verriet ihr, dass ich mich freute ans Meer zu fahren. Wie lange war ich nicht mehr am Meer in meiner Heimat gewesen.

Als ich mit meinem Bruder am Abend die Karte studierte, fragte ich nach einer Möglichkeit via Den Haag zu fahren.
Das war kein Problem. Auch mein Wunsch nach Scheveningen zu gehen wurde genehmigt.

Also zogen wir am nächsten Morgen los.
Das Wetter gab sich nicht von seiner besten Seite, aber es war trocken. Von Son ging die Fahrt an Rotterdam vorbei.
Allmählich näherten wir uns Den Haag und fuhren an einem Kanal entlang, von dem ich berichten konnte, dass dieser nach Leidsendam und weiter ging.

 
Obschon ich seit fünfzig Jahren nicht mehr hier gewesen war, kam  mir die Gegend noch bekannt vor.

Dann hatten wir Den Haag erreicht, wo sich  nicht viel verändert hatte.
Den Rijswijkseweg hatten wir gefunden wie auch die Lyonetstraat.

Mein Herz überschlug sich vor Freude diese Gegend wieder zu sehen, die sich kaum verändert hatte. Ich hatte eher erwartet, hier neue Gebäude vorzufinden.
Da die Tramlinie in der Mitte der Strasse verlegt worden war, mussten wir etwas weiter fahren um umzukehren. Die gesuchte Strasse war Einbahn geworden.
Aber wir waren nach einem kleinen Umweg hineingekommen. Vor dem Haus, wo ich geboren wurde, blieben wir stehen um ein Foto zu machen.

 

Im ersten Stockwerk bin ich geboren

 

Dann ging die Fahrt weiter zum Regierungsgebäude, wo ich früher oft gespielt hatte. Der Binnen- und Buitenhof waren dieselben geblieben. Daneben stehen jetzt aber moderne Neubauten.

     

Aussenhof     

Rittersaal 

Innenhof

Die Altstadt hatte sich, abgesehen von einigen neuen Gebäuden, kaum verändert.
Weiter ging es nach Scheveningen.
Das Kurhaus steht noch. Ebenso die Tramhaltestelle.

Den Pier hatte ich bisher noch nie gesehen obschon er schon ziemlich alt ist. Auch sind Strassen neu dazugekommen und auf der Promenade viele Läden und Restaurants.
Nach einiger Zeit wollten mein Bruder und ich über den Strand in die Dünen gehen. Am Strand erzählte ich, als Kind hier von einer Qualle gebissen worden zu sein. Und schon erblickten wir ein breites Band von Quallen auf dem Strand. Zum Glück lud das Wetter nicht zum Baden ein, denn hier konnte man nicht hinüber kommen.

Ich hatte erzählt, wie wir früher am Strand Sonnenuntergänge ansahen und

Pier von Scheveningen

auch auf die Düne rannten, um das Spektakel nochmals zu sehen. Nun wiederholten wir diesen Vorgang am helllichten Tag. Mein Bruder kannte dies alles nicht weil er noch zu klein gewesen war

Anschliessend ging es weiter.
Wir stiegen ins Auto, um nach Beverswijk zu fahren. Unterwegs ging es an kleinen, verlassenen Dörfern vorbei, wo die Kirchtürme schon von weiten zu erkennen sind und lange Zeit nicht näher zu kommen scheinen.

Auf den Weiden, die von Wassergräben umsäumt sind, grasen Kühen und alte Windmühlen stehen verlassen in der flachen Landschaft. Endlich erreichten wir den Tunnel, der unter dem Fluss "IJ" verläuft. Anschliessend ging es an IJmuiden vorbei wo die Hochöfen schon von weiten stanken.

Holländische Landschaft

Daar was dan Beverwijk en vonden het "Chinatown" dat nogal verstopt lag achter ijzeren blikken .


Dann erreichten wir die Chinatown, die sich  unter Blechhüllen befindet. Hier gibt es mehr Araber als Chinesen.

Billige Läden und Restaurants sind anzutreffen. Es entsprach keineswegs die Erwartungen meiner Schwägerin.
Schon schnell hatten wir es gesehen. Ich war froh, in den ersten drei Vierteln des Tages meine Vergangenheit besucht zu haben. Anschliessend fuhren wir über die Autobahn und mussten vor Oss eine Fähre benützen, um die Rückreise fortsetzen zu können.

 

 

Fähre bij Oss-Megen

Für mich war es ein schöner Tag gewesen. Ich hatte die Spuren meiner Kindheit aufnehmen können.


 
Joyce

243.05.07.07