Homepage

Rund um den Mjosasee
Text und Foto's: Debora Scheffer
Reisezeit: Juli 2005

     

Peer Gyntveien

10. Tag; Dienstag, 12. Juli

Heute steht ein nicht allzu langer Ausflug bevor. Deswegen brauchten wir auch nicht früh aufzustehen

Das Wetter ist wunderbar.
Die Provinz Hedmark besteht überwiegend aus der Gemeinde Trysil, die 3000km2 umfasst und nur gerade 6950 Einwohner zählt. Die Landschaft ist geprägt durch eine schöne Natur und vielen Gewässern mit zahlreichen Fischen sowie Wälder, die bis nach Schweden reichen.
Wir waren gewarnt worden, unterwegs auszusteigen, weil rund um Trysil zahlreiche Bären leben.
Wir fahren zuerst nach Elversum, dessen Zentrum nach dem zweiten Weltkrieg total neu aufgebaut wurde. Etwas ausserhalb der Ortschaft stehen zwei Museen.

Eines davon ist ein Freilichtmuseum mit circa 80 Bauernhöfen und anderen ländlich geprägten Gebäuden; es ist das grösste dieser Art in Norwegen.

Trysil

Über eine Brücke und mit dem gleichen Eintrittsbillet gelangt man ins Norsk Skogbruksmuseum, wo vieles über Waldbau, Fischerei und Jagd zu erfahren ist.
Elversum hat auch noch einiges Weiteres zu bieten wie schwimmen, Kanu fahren, essen und vieles mehr.
Wer da einfach vorbeifährt, verpasst etwas.

Nach Elversum folgt Hamar.
Es ist die Hauptstadt von Hedmark und bekannt durch die Olympische Eishalle Vikkingskjeppet.
Das ist zwar nicht der wirkliche Name, aber unter dieser Bezeichnung im Rest der Welt bekannt.

Vikingskjeppet - Hamar

Der Ort wirkt sowohl im Winter wie im Sommer ziemlich verlassen, die Eisbahn ist trotzdem täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
Am anderen Ende der Stadt steht das Ol Amfi, verbunden mit der Nordlyshall, einem der grössten Holzbauwerke der Welt, welches auch aus der Zeit der Olympischen Spiele stammt.

Westlich von Hamar liegt die Halbinsel Domkirkeodden, die ihren Namen einer aus dem 12. Jahrhundert stammenden Kathedrale zu verdanken hat. Das Zentrum bietet einige Läden, aber einladender würde unser Tagesendziel, Lillehammer, sein.

Hier sind die Zeltplätze nicht mehr so wenig besetzt, wie wir es uns bisher gewöhnt waren. Am Stadtrand befindet sich die Lillehammer Touristzentrale.
Ein Zeltplatz mit Hütten wird angeboten. Man erreicht diesen über die Ausfahrt Lillehammer Nord (Lillehammer Turisrcenter, Sandheimsveien 15, 2605 Lillehammer, (+47) 61 25 97 10, www.motelcamp.no).

 


11. Tag; Mittwoch, 13. Juli

Ein "olympischer Tag" steht bevor: Wie kann es auch anders sein, wenn man sich in Lillehammer aufhält. Start ist bei den Skisprungschanzen Lysgardsbakken und Kanthauen, nahe dem Olympia Parken, der über dem Dorf liegt.

Ein Kombinationsticket ermöglicht den Zutritt zum Skilift und den Sprungtürmen sowie zu Simulatoren für Bobschlitten und Skiabfahrt.
Bewundernd beobachten wir die Skispringer, die auf nassen Grassmatten ihre Künste ab dem Sprungturm zeigen.
Aber das Staunen ist noch grösser, wenn man den Rasenmähern an den hohen Sprungtürmen bei ihrer

Arbeit zusieht, wenn sie hinauf fahren und sich rückwärts wieder hinunter gleiten lassen.

Die Sprungschanzen kann man in luftiger Höhe besichtigen: Entweder steigt man die 954 Stufen hinauf, oder man fährt gemütlich mit dem Skilift.
In zehn Minuten ist man oben; und jetzt sieht man wie atemberaubend steil es wirklich ist.
Fotos von Skispringern sind dort zu sehen und es gibt Souvenirs zu kaufen.

"Da geht einer!!"

Unten beim Auslauf kann man in einem Simulator Skiabfahrt und Bobfahren selbst erleben. Vor allem das erste ist sehr eindrücklich.

Aber vorsicht: Drinnen hängen Mikrophone, die jeden Laut, den man von sich gibt, für alle hörbar nach aussen übertragen.

Nach den Skisprungschanzen fahren wir zum Olympischen Museum.
Dieses befindet sich in einer grossen Sporthalle.
Besonderheiten aus der Geschichte der Olympischen Spiele seit Athen mit Bildern und Gegenständen sind hier zu bestaunen.
Aber vorwiegend widmet sich das Museum den nordischen Sportarten und natürlich vor allem den Spielen hier in Lillehammer.
Fotos von Rintje Ritsma, Falko Zandstra und Bart Veldkamp zu sehen, ebenso auch der Schlittschuhanzug des Siegers Johan Olav Koss.

Und wenn nicht gerade ein Aufseher in der Nähe ist, kann man sich auch heimlich und geschwind in einen Bobschlitten setzen.

Skischanze Lillehammer


Rund um Lillehammer können auch die Bobbahn und die Langlaufparcours besichtigt werden, wo wenig "Action" herrscht.
Doch die hölzernen Bauten sind noch gut zu erkennen.

Auf der Bobbahn kann man eine Fahrt in einer Art Karren machen.

Nach all dem Olympischen "Stress" entspannen wir uns in der Stadt, wo eine Ladenstrasse mit einem grossen Angebot vorhanden ist.
Nach den Essen spielen wir Minigolf, was relativ teuer ist angesichts der
Qualität der Bahn. Aber wer geschickt ist, kann die Bahnen zweimal absolvieren.

 

Das Olympischenmuseum


12. Tag; Donnerstag, 14. Juli

Anstatt zwei haben wir hier drei Nächte verbracht. So ist es möglich, die Umgebung genauer zu entdecken. 

Empfehlenwert ist der Peer Gynt Veihen, ein Touristenweg in den Bergen.

Er führt von Lillehammer über die E6 Richtung Harpenfoss. Für diesen Weg muss man einen halben Tag einplanen.

Wer danach noch etwas Kultur erleben will, kann das Freiluftmuseum Maihaugen in Lillehammer besuchen.
Dort steht eine Sammlung von historischen Häusern aus den letzten Jahrhunderten. Die grösste Attraktion sind die Post und der Postzug.

Die Staafkirche kann auch innen fotografiert werden. Wer jedoch mehrere Häuser von innen sehen möchte, sollte den Rundgang mit einem Reiseleiter machen.
 

Beim Eingang gibt es zudem eine Art Museum, wo vieles über Norwegen zu erfahren ist. Ratsam ist, zuerst das Museum zu besuchen und erst anschliessend die Peer Gynt Veienroute zu machen.

So hat man genügend Zeit für das Museum.

Stavkirkje in Maihaugen

Am letzten Abend auf dem Zeltplatz braten wir nordische Garnelen auf dem.

Alt nordischer Architecktur

 


13. Tag; Freitag, 15. Juli

Ein Pechtag. Noch bei strahlendem Sonnenschein packen wir die Koffer für unsere Weiterreise nach Oslo. Doch dann regnet es für den ganzen Rest des Tages.

Am frühen Abend checken wir ein bei der Stena Line Ferry in Richtung Frederikshavn in Dänemark ein. Am diesem

Regentag bieten die vielen überdeckten Ladencenter in Oslo willkommenen Schutz vor der Nässe. Bei schönem Wetter sind das Hafenviertel und die Festung, wie auch der Vigelandpark mit seinen vielen unterschiedlichen Statuen einen Besuch wert.

Oslo ist eigentlich nur eine Zwischenstation, um mit der Fähre nach Dänemark weiter zu reisen.
Wir entschliessen uns, schon lange vor der Abfahrt an Bord zu gehen. Auch andere Passagiere sind offenbar der gleichen Meinung. Schon mehrere lange Schlangen mit Autos warten vor dem Schiff.
Doch wir haben Glück und können nach langem Warten mit den Ersten an Bord gehen, noch vor der späteren riesengrossen Hektik. Eine Doppelkabine mit eigenem Badezimmer mit Blick auf das Meer ist ein idealer Platz zum Übernachten.
Wer essen will, braucht sich nicht beeilen, denn das Schiff legt erst zur Essenszeit ab und der Speisesaal ist dann voll besetzt.


Ankunft in Dänemarken.

Das Essen an Bord ist übrigens sehr teuer. Ein Tipp für solche, die noch norwegisches Geld übrig haben: Man kann es an Bord wechseln.

Genau zwölf Stunden später erreicht die Fähre Frederikshavn. Zum Glück können diejenigen, die als erste auf das Schiff gefahren sind, auch wieder als erste hinaus fahren.

So geht die Fahrt, nicht lange nach dem Anlegen, weiter durch die dänische Landschaft Richtung deutsche Grenze.

Man sollte aber daran denken, dass wer hier essen oder tanken will, dänische Kronen zu benötigt. Die Rückreise geht eigentlich zügig voran, auch wenn wir zwischenzeitlich in einigen Staus stecken bleiben. Diese sind aber harmlos im Vergleich mit den Staus in die andere Fahrtrichtung.

Nach weiteren acht Stunden Fahrt erreichen wir die holländische Grenze und können auf einen interessanten und vor allem herrlichen Urlaub zurück blicken.



 


Debora

Printversion.

210-20.03.07