Portugal - Albufeira

Albufeira
Text: Joyce Frey
Reisezeit: August 2005

Portugal

 

 

Algarve

 
 
Nach einem reibungslosen Flug landete die Maschine sanft in Faro. Hitze empfing mich: Ich kam aus der Schweiz, wo es nur 15 Grad warm war und hier zeigte die Thermometer gerade das doppelte an. Ich wurde zum Bus dirigiert, der mich weiter nach Albufeira bringen sollte, welches 35 Kilometer entfernt lag.
 


Die trockne Landschaft der Algarve

Unterwegs konnte ich die Auswirkungen der grössten Dürre des letzten Jahrhunderts erkennen. Kein Gras war zu sehen. Doch zu meinem Erstaunen standen die Bäume in voller Pracht. Später erfuhr ich, dass es Mandel, Pinien, Feigen und sogar Eukalyptus waren. Die Bäume konnten lange ohne Wasser leben. Auch Orangenbäumchen waren zu erkennen, deren Früchte in der sonst kargen Landschaft leuchteten.Diese Früchte, die süsser und saftiger sind als die spanischen Orangen, dürfen nicht in die EU- Länder exportiert werden mit der Begründung, dass sie zu klein seien.

Ich hatte das Hotel Alisios erreicht, das für die nächsten zwei Wochen mein Zu hause sein sollte.
 
Nachdem ich mich im gemütlichen Zimmer eingerichtet hatte, machte ich mich auf Entdeckungstour.

Knapp 10 Minuten brauchte ich, um die Treppen zur Altstadt zu finden. Dort ging ich hinunter und fand enge Gassen mit Restaurants, Bars, Verkaufsständen und Läden. Schliesslich gelangte ich auf die Plaza. Mitten darauf stand eine Bühne und daneben eine Brunnen, der mit Kacheln verkleidet war. Hier herrschte reges Betrieb. Eine Musikergruppe aus Bolivien zauberte mysteriöse Klänge hervor. Weiter weg stand ein Mann der tat, als spielte er Marionette. Doch eine zierliche lebende Frau machte den Gesten, die er von ihr erwartet. Sie sah wirklich so aus, als wäre sie eine Puppe. Aber beiden bewegte sich nur, wenn jemand Münzen ins Körbchen warf. Später kam ein wirklicher Puppenspieler. Er liess seine Puppen Musik machen oder singen und tanzen und ging anschliessend zu den Kindern, die sich in einem Kreis um das Geschehen gesetzt hatten.Es war eine Wonne diesem Schauspiel zuzusehen. Ich sah es später noch öfter und genoss es jedes Mal wieder.

Danach schlenderte ich Richtung Meer. Von der Mauer sah ich hinunter, wo ein Künstler Sandskulpturen gemacht hatte. Eine stellte eine Meerjungfrau in einer Muschel dar und die andere Neptun und eine Meerjungfrau. Sie wirkten beide gigantisch.


Albufeira bei Nacht


Ich begab mich wieder ins Gewühl in den engen Gassen und musste aufpassen, nicht über Kinderwagen zu stolpern. Viele Engländer bewegten sich hier mit kleinen Kindern. Die Kleinsten schliefen in den Kinderwagen und die Grösseren jammerten, weil sie müde waren. .
 


Hotel Alisios in Albufeira

Je später es wurde, desto mehr Menschen trafen hier ein. Kinder mussten posieren, um ein naturtreues Porträt von sich machen zu lassen. Andere entschieden sich für eine Karikatur, sich die Haare zu Zöpfen oder ein Henna -Tatoo anfertigen zu lassen. Ich konnte mich kaum noch bewegen.

Ich war auch müde und suchte den Weg zum Hotel. Zuerst musste ich die Treppe hinaufsteigen, deren Stufen so tief waren, dass ich pro Stufe zwei Tritte machen musste. Welch eine Tortur.

Als ich erschöpft das Hotel erreicht hatte, setzte ich mich auf dem Balkon nieder und genoss noch eine Weile die ruhe. Ich konnte das Meer zwar nicht sehen, aber ich hörten, wie die Wellen auf den Strand, schlugen. Ich fühlte mich richtig in Urlaubsstimmung und war mir jetzt schon sicher, dass es mir hier gefallen würde.
 
Am Morgen nach dem Frühstück ging ich zum Strand. Um ihn zu erreichen, musste ich ein Stockwerk höher gehen und dann über viele Treppen nach unten. Ich dachte: "Dies ist ein super Hotel. Hier bekommt man Fitnesstraining gratis." Unten angekommen breitete ich mein Badetuch vor einem Felsen aus und wanderte bis zum Ende des Strandes. Dort versuchte ich durch die Felsen zu kommen, aber das war unmöglich.

Ich ging zurück zu meinem Platz, der die nächsten zwei Wochen der meine blieb und genoss die Energie der Sonne, den strahlend blauen Himmel und die angenehme Temperatur des Wassers, wo ich mich auf den leichten Wellen treiben liess.


Strand van Albufeira


Am Nachmittag ging ich das Städtchen nochmals ansehen und fand es wirklich gemütlich hier. Am Abend stapfte ich die vielen Stufen zum Städtchen hinunter und fand die Haltestelle des Zügleins, das zur neuen Stadt fuhr. Ich kaufte ein Retourbillet und liess mich mitfahren.
 


Belebte Gassen von Albufeira

Dort angekommen schlenderte ich durch die lange Strasse, wo viele Läden, Bars und Restaurants standen. Es gefiel mir hier gar nicht und ich fuhr wieder zurück um die Treppen aufzusteigen und zu meinen Hotel zu gehen. Der Aufstieg war doch jedesmal eine Tortur.

Am folgenden Nachmittag fuhr ich nochmals mit dem Bähnchen zur Neustadt. Der junge Fahrer fuhr einigen Male um den Kreisel und raste dann durch die Strasse, so dass der letzte Anhänger, worin ich mich befand, durch die Strasse schlängelte.

Es gefiel mir in der neuen Stadt auch bei Tageslicht nicht. Am Ende der Strasse fand ich hinter einem Bogen von violetten Bougainvillea einen kleinen Park, wo ein Weiher lag, und aus einer Röhre Wasser hoch spritze. Das spritzende Wasser wirkte beruhigend, obschon von einem Hotel nebenan laute Musik klang. Nach einer kurzen Rast machte ich mich wieder auf den Weg durch die belebte Strasse und suchte die Bahn.

Im Ort angekommen, wanderte ich über den Strand bis zum Felsen, wo sich ein schmaler Weg befand. Er lag nahe am Meer, das tief unter mir lag. Ich wollte weiter gehen, bis ich den Hafen sehen konnte. Doch auf dem letzten Stück verliess mich der Mut. Es war ein steiler, schaler Sandpfad, der so dicht über dem Abgrund verlief, dass ich es für vernünftiger hielt, nicht mein Leben zu riskieren um im tief gelegenen tosenden Wasser zu enden.
 
Ich wanderte ein Stück zurück und fand eine Sitzgelegenheit unter einer Felsdecke. Dort setzte ich mich hin und betrachtete den Strand, die Felsen und das Wasser. Auch konnte ich mein Hotel sehen und in der Ferne war Faro schemenhaft zu erkennen.

Später bin ich noch einige Male hier gewesen um die Ruhe, nicht weit vom hektische Geschehen, zu geniessen, so wie ich auch öfters zur Neustadt gewandert war, um dort die Luxushotels zu betrachten, mich auf eine Terrasse zu setzen, und die vorbeigehenden Touristen zu betrachten.

Auf einem der Spaziergänge entdeckte ich eine Eidechse, die auf dem Trottoir in Richtung der Fahrbahn schlenderte. Das Tier schaukelte immer hin und her bevor es einen Schritt weiter tat. Ich dachte: "Wenn es der Strasse erreicht, ist das ein sicheres Tod."


Felspfad mit Sitzgelegenheit


Da er sehr träg war, gab ich ihm einen sanften Klaps auf das Hinterteil, um es dazu zu bewegen wieder ins Gebüsch zurückzukehren. Träge und hin und her schaukelnd ging das hell beige Tierchen dorthin, wo ich es sehen wollte. Als ich es in Sicherheit glaubte, posierte das Tier dankend für ein Foto.
 


Albufeira - Das farbenfrohe Touristenzüglein

Abends ging ich die Treppe hinunter zur Altstadt um den Pantomime- und Puppenspieler zuzusehen, wie auch den Malern und anderen Künstlern. Ich setzte mich oft auf eine Terrasse, um die massenhaften Ströme von Menschen an mir vorbei ziehen zu sehen. Öfters ging ich auch zur Mauer über dem Meer um zu betrachten, wie die Sandskulpturen voran kamen. Sie waren wunderschön. Bei der Meerjungfrau in der Muschel, waren kleine Engelfiguren dazu gekommen. Jeder legte seine Hand auf die Brust wenn ein Hund herangerannt kam und man fürchtete, er könnte über die Kunstwerke rennen. Aber nichts geschah. An allen Ecken stand jemand, um diese Tiere wegzujagen

Inzwischen hatte ich einen einfacheren Weg nach oben gefunden. Ich spazierte durch die Rua Dos Telheiros, eine enge alte Strasse. Die Häuser waren wirklich sehr alt. Sie waren noch mit Kacheln verziert. Das Haus, vor dem immer eine alte Frau auf einem Stuhl sass und mich kritisch musterte, hatte braune Kacheln.

Da die Haustür stets offen stand, konnte ich sehen, dass die Treppe mit blauen Kacheln verkleidet war. Mit Leichtigkeit kam ich dort an, wo andere mit roten Köpfen und ausser Atem die vielen Stufen hinaufgeklettert waren.

Wie die Zeit doch verging. Ich hatte einige Ausflüge gemacht, worüber ich auch noch berichten werde. Schon bald waren die zwei Wochen zu Ende. Den letzten Morgen genoss ich noch einmal am Strand und lief später ein letztes Mal zum Örtchen, und natürlich durch die Rua Dos Telheiros zurück. Dann wurde es Zeit, mich zu verabschieden und mich fertig zu machen um wieder in meine Heimat zu fliegen.
 

Weiter nach Lissabon


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Joyce