Portugal - Lissabon

Lissabon
Text: Joyce Frey
Reisezeit: August 2005

Portugal

 

 

Lissabon an der Tejo

 
 
Schon sehr früh am Morgen stand ich auf der Strasse vor dem Hotel Alisios in Abufeira, um auf den Bus zu warten.Ein Kleinbus hielt an, um mich mitzunehmen. Wir fuhren durch die neue Stadt, um dort noch vier andere Touristen abzuholen. Dann fuhren wir aus der Stadt zu einem Parkplatz, wo mehrere grosse Busse warteten.
 


Turm von Belém

Viele Kleinbusse kamen dort an, und die Menschen mussten in einen der grossen Busse umsteigen. Ich war zum meinigen dirigiert worden. Als wir vollzählig waren, konnte die Fahrt los gehen nach Lissabon, das 300 km. entfernt liegt. Zuerst war die Landschaft hügelig, doch später wurde sie flach. Nach knapp 2 Stunden auf der gut ausgebauten Autobahn, machten wir eine Kaffeepause.

Dann konnte es weiter gehen. Um halb elf erreichten wir die Stadt über die "Ponte 25 de Abril" (25. April Brücke). Genannt nach der Tag der Freiheit oder auch der „Nelkenrevolution“ der in 1974 stattfand. Den ersten Halt machten wir im Belémquartier. Zuerst wanderte jeder für sich durch einem Park, wo ein altes Flugzeugmodell steht. Dahinter liegt der Turm von Bélem, der zwischen 1515 und 1521 errichtet worden war. Er ist eines der Wahrzeichen der Stadt.

Wir mussten wieder in den Bus steigen, um ein kleines Stück weiterzufahren zum Monument das ich bereits gesehen hatte. Für mich war dies das erste Wahrzeichen der Stadt. Wie oft hatte ich ein Bild gesehen von diesem Monument, das den Bug eines Schiffes darstellt, mit vielen Leuten aus Stein darauf. Das imposante Monument ist 1960 zu Ehre von Heinrich dem Seefahrer errichtet worden, der vor 500 Jahren gestorben ist.
 
Wir konnten uns dieses Prachtstück aus der Nähe ansehen und spazierten anschliessend durch einen Tunnel unter der Strasse zur anderen Seite. Dort befindet sich ein herrlicher Park mit einem schönen Brunnen mitten drin, wo kühlendes Wasser sprudelt. Exotische Pflanzen und Sträucher wachsen dort, die kunstvoll geschnitten sind.

Auf der anderen Strassenseite steht ein gigantisches Gebäude, das zum Teil ein Museum ist. Das ursprüngliche Teil, sind das Hieronymitenkloster und die Kirche, die zum Teil neu renoviert sind, weil das grosse Erdbeben von 1755 auch einen umfangreichen Teil von Lissabon zerstört hatte. Die Aussenseite des Gebäudes, imponierte mir mehr als das Innere, wie auch der schöne Park davor.


Park in Belém


Doch die Zeit war gekommen, um wieder in den Bus zu steigen und ins Zentrum zu fahren. Bevor wir aussteigen konnten, fuhr der Bus an einem grossen Platz vorbei, wo ein riesiges Denkmal und dahinter ein Bogen steht, der ähnlich wie der Arc de Triumph aussieht. Ich hatte mir vorgenommen- wenn ich genügend Zeit bekam- diesen Platz genauer anzusehen. Denn er hatte mich sehr beeindruckt.
 


Plaça Rossio

Auf dem Platz Rossio konnten wir wieder aussteigen. Diejenigen, die mit der Reiseleiterin mit dem Tram fahren wollten, sollten in knapp zwei Stunden wieder hier sein.

Ich lief zuerst über den grossen Platz und betrachtete den schönen Barockbrunnen und den Turm, worauf eine Statue von Dom Pedro steht. Er wirkte gigantisch. Dann schlenderte ich um den Platz und entdeckte den alten Bahnhof. Das Gebäude sieht so anders aus als alle anderen, aber es ist sehr schön. Ich ging durch die Strasse und lief wieder über den grossen Platz, um auf die andere Seite zu gelangen. Kleine, enge Strassen sind da. In einigen stehen Restaurants. Andere haben Häuser mit schönen schmiedeeisernen Balkonen, die ich aufmerksam betrachtete.
 


Lift mit Menschenschlange davor

Bei meinem Streifzug stand ich plötzlich vor einem Lift in einer der engen Strassen, mit dem man nach oben fahren konnte um über die Stadt zu blicken. Natürlich wollte ich das auch machen. Aber eine Schlange von Menschen stand da vor. Ich sah auf die Uhr und erschrak; wie schnell die Zeit doch vergangen war. Ich musste allmählich zum Rossio gehen, wenn ich mit dem Tram fahren wollte. Ich war nicht die erste, aber auch nicht die letzte, die angekommen war. Die Leiterin war auch gekommen.

Nur eine kleine Gruppe wollte mitfahren. Wir gingen ein Stück zu einer anderen Strasse, um dort auf das Tram zu warten. Als das alte Gefährt gekommen war, konnten wir einsteigen und die Leiterin liess die Fahrkarten in einem modernen Gerät abstempeln. Mit viel Krach und Schütteln hatte das Transportmittel den Hügel erreicht, wo wir aussteigen mussten. Wir wanderten zum Aussichtspunkt Castelo de São Jorge.


Tram in Alfama Viertel

 
Die Überbleibsel des Castellos sind nicht besonders sehenswürdig, Aber von dort sind die alten Häuser der Stadt zu sehen, die bis zum Hügel reichen. Zum Teil sind sie neu renoviert worden. Dahinten fliesst der Tejo so breit, als ob er ein Meer wäre.

Wir wanderten nach unten und besichtigten unterwegs noch eine Kirche. Dort gegenüber liegt die Kirche von Antonius. Jährlich wird eine Prozession abgehalten, mit allen Verliebten, denn Antonius soll hier die Menschen zueinander bringen. Anschliessend wanderten wir weiter nach unten und kamen auf dem Rossio an. Wir bekamen noch eine knappe Stunde Zeit, uns selbst zu verweilen.

Ich lief durch die Baixa in Richtung des Flusses.


Aussicht von Alfama

 


Praça do Comércio

Ich wollte den Platz, den ich am Morgen gesehen hatte, in aller Ruhe aus der Nähe ansehen.

Als ich auf dem grossen Platz do Comércio angekommen war, stand ich vor einem Denkmal, auf einem hohen Sockel, wo auf beiden Seiten Figuren stehen. Ich wusste nicht wer der tapfere Ritter war, der stolz auf dem gigantischen Pferd sitzt. Aber bewundernswert war es, wie auch die langen Gebäude dahinter, mit der Bogen im Mitten.

Als ich mich satt gesehen hatte, lief ich unter dem Bogen hindurch. Auf der Strasse standen Bilder von Künstlern ausgestellt, die sie gerne verkaufen würden. Dabei fiel mir auf, wie schön die schwarz-weissen Mosaike auf dem Boden wirken. Dabei sind solche beinahe überall in Portugal zu sehen.

Erneut sah ich auf die Uhr. Es wurde Zeit mich zum Treffpunkt zu begeben. Ich flanierte an den freundlichen Strasserestaurants vorbei, denn Zeit um mich gemütlich hinzusetzen, blieb mir nicht mehr.
 
Als wir mit dem Bus durch die Stadt fuhren, entdeckte ich viele weitere Denkmäler, obschon behauptet wird, dass Lissabon nicht mehr davon hat als andere Städte. Allmählich erreichten wir wieder den Tejo. Hier ist er noch breiter als zuvor. Die Vasco da Gama Brücke lag vor uns. Wegen der Weltausstellung von 1998 war hier alles umgebaut worden. Auf dem Brachland waren moderne Gebäude entstanden. Die 18 Kilometer lange Brücke, die über dem 10 Kilometer breiten Fluss hängt, wurde in drei Jahren von 3000 Arbeitern gebaut. Sie wirkt gigantisch. Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, so lange über einen Fluss zu fahren. Ich bedauerte es, dass damit die Besichtigung der Stadt beendet war. Gerne hätte ich mehr gesehen. Aber es ist nicht möglich, in solch kurzer Zeit, einen genauen Eindruck zu bekommen.


Vasco da Gama Brücke


Vielleicht werde ich es später einmal nachholen...


Weiter nach Sagres - Monchique
 



 


 
Joyce