Spanien - Teneriffa

Teneriffa
Text und Fotos: Joyce Frey
Reisezeit: März 2007

Spanien

 

 

 

 
 

Als sich das Flugzeug der Insel näherte, war der höchste Berg Spaniens, der 3718 m hohe El Teide, zu sehen. Für mich ähnelte der Gigant allerdings auch einer erregten Frauenbrust.
 


Costa Adeje

Als ich später Costa Adeje erreichte, wo sich mein Hotel befand, wurde es bereits dunkel.

Am nächsten Morgen unternahm ich einen Spaziergang auf der Promenade. Zuerst einmal nach rechts, wo sie beinahe endlos scheint, ruhig und trotzdem abwechslungsreich ist.

Am Nachmittag wollte ich dann die linke Seite entdecken. Hier war es bedeutend lebhafter mit vielen Läden und Terrassen. Aber auch hier kann man schier endlos weit spazieren.

Die ersten zwei Tage, mit Entdeckungstouren und faulenzen am Pool, vergingen wie im Flug.

 

Dann reichten mir die gut zehn Kilometer langen Spaziergänge nicht mehr und ich stapfte frohgemut nach Playa de Los Cristianos.

Der rund elf Kilometer lange Hinweg führt ganz dem Meer entlang. Dabei geht es auch an Playa de Las Americas vorbei. In Los Cristianos schlenderte ich weiter zum Hafen, wo auch die Fähre nach der Insel Gomera an- und ablegt.

Nach einer Rast auf einer der hübschen Terrassen entschloss ich mich, statt mit dem Bus wieder zu Fuss zurück zu gehen. Am Nachmittag hatte ich mir die Siesta am Pool redlich verdient.


Playa de Los Cristianos

 


Galle Castillo

Tags darauf ging ich zur Busstation in der Nähe des Hotels um nach Santa Cruz zu fahren. Die Strasse führt dem Meer entlang. Auf der linken Seite sind Berge, Dörfer und endlose Bananenplantagen zu sehen. Etwa auf halbem Weg blies ein heftiger Wind. Anscheinend ist das üblich hier, denn auf beiden Seiten der Strasse stehen zahlreiche Windmühlen.

Nach eineinhalb Stunden Fahrt war die Stadt erreicht. Zuerst irrte ich zwischen teuren Geschäften und hässlichen Wohnsiedlungen umher. Doch dann hatte ich die autofreie Einkaufstrasse Calle Castillo gefunden und noch ein paar weitere Strassen und Plätze, die etwas gemütlicher waren. Trotzdem war mir diese Stadt nicht sympathisch.

Auf der Rückfahrt wehte der Wind an derselben Stelle immer noch heftig und an den Mühlen drehten sich die Propeller gleichmässig auf ihren langen, schmalen Masten.

 


Einige Tage später unternahm ich einen Ausflug in den Nationalpark, wo der El Teide in einer gespenstischen Mondlandschaft steht.
 


Gespensthafte Mondlandschaft


El Teide

 
 
 
Anschliessend ging es weiter ins ewig grüne Tal Orotava nach Icod de los Vinos um den ältesten Drachenbaum der Welt zu bewundern. Er soll über tausend Jahre alt sein.
 


Typische Balkone

In der Nähe entdeckte ich ein Haus mit den echten Teneriffa Holzbalkonen.

 

Die Fahrt ging dann weiter an endlosen Bananenplantagen vorbei zur Nordküste bis Charachico, wo ich wegen des langen Wartens auf das Mittagessen kaum Zeit hatte, die Ortschaft zu besichtigen.


Bananenplantagen

 


Masca - Das Piratendorf

Später ging es nach Masca. Eine bunte und vielfältige Vegetation ist zu bewundern. Unten standen die Mandelbäume in voller Blüte. Unterwegs ging es vorbei an Bergdörfern und furchterregend tiefen Abgründen. Der Weg ist nur mit einem Auto oder Kleinbus zu bewältigen, ein normaler Bus kommt hier nicht durch die Kurven.

Masca besteht lediglich aus ein paar Häusern. Früher hatten hier Piraten ihr Versteck, weil sie freie Sicht auf das Meer hatten. Uns blieb diese Aussicht wegen Nebels verborgen.

Aber das Beste stand uns noch bevor: Immer mehr Kurven, noch steilere Wege und tiefere Abgründe.

 
Einige Kurven konnte der kleine Bus nicht in einem Zug befahren: oft musste er einige zentimeter rückwärts fahren um doch noch um die Kurve herum zu kommen.

Ich war froh, als wir endlich oben auf dem Berg ankamen und kurz darauf die Ortschaft Santiago del Teide sahen. Ab hier war die Strasse wieder gut befahrbar.

Nach einem kurzen Fotostopp bei Los Gigantos - wo Felsen 500 Meter hoch über dem Meer in die Höhe ragten und die ebenfalls etwas im Nebel lagen - ging es zurück zum Hotel.

 


Puerto de La Cruz - Kirche San Franzisco

Einige Tage Später fuhr ich mit dem Bus nach Puerto de la Cruz. Der Bus fuhr zwar die Strasse nach Santa Cruz, aber er bog einige Kilometer vor dem Ziel nach links ab um auf die andere Seite der Insel zu gelangen.

Endlich angekommen startete ich sofort mit einer Entdeckungstour und wusste sofort: Hier gefällt es mir. Lebhafte Strassen mit Läden und Restaurants entdeckte ich und sogar eine alte Kirche namens San Franzisco und den Strand, wo die Wellen wegen der starken Strömung heftig aufprallten.

Einige Tage später fuhr ich zusammen mit einer Gruppe erneut nach Puerto de la Cruz, um das Loro Pargue zu besuchen. Nach dem Regen am Vortag konnte ich nun unterwegs sehen, dass auf den Berggipfeln Schnee gefallen war. Doch jetzt schien wieder die Sonne, wie es sich für dieses Gebiet "gehört".

 

Vor elf Uhr erreichten wir das Pargue und wir konnten uns nach Belieben bis vier Uhr hier verweilen. Obwohl ich mir diese Anlage als Attraktion in erster Linie für Kinder vorgestellt hatte, war es doch auch für Erwachsene sehr interessant. Oder war ich ein Kind geblieben?

Neben den Papageien, mit denen der Park angefangen hatte, gab es hier inzwischen viele Tiere und Pflanzen, die artgerecht gehalten wurden.

Schon früh hatte ich die Pinguine entdeckt. Es war auf den ersten Blick mein grosser Liebe: Wie oft hatte ich schon die Antarktis besuchen wollen! Aber die lange Reise und die Kälte hatten mich immer abgeschreckt.


Die Papageienblume


Eine der Shows

Die Pinguine hier leben in einer artgerechte nachgebildeten "Welt", zwar hinter Acrylscheiben, aber auf Felsen, die mit echtem Eis bedeckt sind und wo Schnee aus Rohren fällt.

Drunter befindet ein riesiges Wasserbassin, wo viele Tiere schwimmen. Ich war fasziniert, obwohl es in diesem Gebäude nicht sehr warm war und es mich fröstelte.

Draussen war es wieder wärmer. Zufällig geriet ich in die Orca-, Delfin- und Seelöwenschau, die auch sehr beeindruckend ist.

Aber mich zog es noch vier Mal zurück zu den Pinguinen. Leider konnte ich kein Foto machen, weil das Blitzlicht die Tiere stört.


Die nächsten Tage vergingen wie im Flug. Zu schnell hiess es, wieder die Koffer zu packen und in den Alltag zurückkehren.

 


 

 


Joyce